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Ratgeber · 21. August 2026 · Redaktion SW Studio

Website-Relaunch: die Checkliste gegen Rankingverlust

Der gefährlichste Tag im Leben einer Website ist der Relaunch. Nicht, weil neue Technik riskant wäre, sondern weil beim Umbau regelmäßig das verloren geht, was die alte Seite über Jahre aufgebaut hat: Adressen, die in Suchmaschinen ranken, und Links, die von anderen Websites auf einzelne Seiten zeigen. Beides ist unsichtbares Kapital, und beides wird bei unbedachten Relaunches entsorgt wie alte Möbel.

Schritt 1: Bestandsaufnahme, bevor irgendetwas gebaut wird

Vor dem ersten Entwurf gehört der Bestand auf den Tisch: Welche Seiten existieren, welche davon werden über Suchmaschinen gefunden, welche bekommen Links von außen? Die Werkzeuge dafür sind zugänglich: die Google Search Console zeigt, welche Adressen Klicks bekommen, Backlink-Datenbanken zeigen, wer von außen auf welche Seite verlinkt. Das Ergebnis ist eine Liste aller Adressen mit einer Entscheidung pro Zeile: behalten, weiterleiten oder bewusst aufgeben.

Wichtig dabei: Auch unscheinbare Seiten können wertvoll sein. Ein alter Fachartikel, der seit Jahren von einem Branchenverband verlinkt wird, trägt mehr zur Sichtbarkeit bei als die schönste neue Startseite.

Schritt 2: Gut rankende Adressen bleiben, wie sie sind

Die wichtigste und am häufigsten missachtete Regel: Eine Seite, die gut gefunden wird, behält ihre Adresse. Nicht ähnlich, sondern identisch. Jede Weiterleitung ist ein kleines Risiko, und bei den Seiten, die den meisten Suchverkehr bringen, gibt es keinen Grund, es einzugehen. Die neue Website wird dann um diese Adressen herum geplant, nicht umgekehrt.

Auch die rankingtragenden Elemente dieser Seiten gehören übernommen: Seitentitel, Beschreibung und die Überschriftenstruktur. Der Text darf besser werden, aber die Begriffe, für die die Seite gefunden wird, müssen erhalten bleiben.

Schritt 3: Für alles andere gilt: eine alte Adresse, ein neues Ziel

Seiten, die im neuen Konzept keinen Platz haben, werden einzeln weitergeleitet, jede alte Adresse auf die thematisch passendste neue Seite. Der bequeme Weg, einfach alles auf die Startseite umzuleiten, ist eine der teuersten Abkürzungen im Web: Suchmaschinen werten solche Sammelweiterleitungen wie gelöschte Seiten, und die Relevanz der alten Adressen verpufft. Gibt es wirklich kein passendes Ziel, ist ein ehrliches Signal, dass die Seite dauerhaft entfernt wurde, besser als eine erzwungene Weiterleitung.

Schritt 4: Der Umstellungstag

Die Umstellung selbst sollte Stunden dauern, nicht Wochen. Vorher wird die neue Seite vollständig auf einer Testadresse geprüft: alle Weiterleitungen, alle Formulare, alle Geräteklassen. Nach der Umstellung wird jede wichtige alte Adresse einzeln aufgerufen und kontrolliert: Landet sie auf der richtigen Seite? Erst wenn diese Liste abgearbeitet ist, ist der Relaunch fertig. Danach lohnt ein Blick in die Search Console über die folgenden Wochen, um Fehlerseiten früh zu erkennen.

Die Checkliste im Überblick

  • Alle bestehenden Adressen erfasst, inklusive Such- und Linkdaten
  • Entscheidung pro Adresse dokumentiert: behalten, weiterleiten, aufgeben
  • Gut rankende Adressen unverändert übernommen, samt Titel und Überschriften
  • Einzelweiterleitungen statt Sammelumleitung auf die Startseite
  • Formulare, Telefonnummern und Kontaktwege auf der neuen Seite getestet
  • Nach der Umstellung: jede wichtige Adresse einzeln geprüft
  • Vier Wochen Nachbeobachtung in der Search Console

Ein Relaunch ist damit vor allem eines: Fleißarbeit mit Systematik. Wer sie sich sparen will, bezahlt mit Sichtbarkeit. Wie wir Relaunches im Projektalltag umsetzen, steht auf unserer Seite zum Webdesign, und was ein solches Projekt kostet, im RatgeberWas eine Firmenwebsite kostet.

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